Biografie „Bimbo“

Biografie über Gründer der Basketball-Sparte

 

Am 16. Mai 1924 wurde Herbert Stäcker, genannt „Bimbo“, herbert_bimbo_staeckerin Lütjenburg/Schleswig-Holstein geboren. Im Alter von einem Jahren wurde er durch Krankheit ertaubt. Mit 3 Jahren besuchte er den Kindergarten, dann die Gehörlosenschule in Schleswig. Danach erlernte er den Schneiderberuf und arbeitete im Autofabrik Borgward in Bremen bis die Firma 1961 bankrott geriet. Dann kam er nach Frankfurt/Main und arbeitete zuletzt bis zu seiner Rente bei der Dresdner Bank.

Schon in seiner Jugend trieb Herbert Stäcker viele Sportarten wie z.B. Boxen, Fußballtorwart, Leichtathletik besonders seine Lieblingssparte Kugelstoßen und Diskuswerfen. Die deutsche Rekorde holte er beim Kugelstoßen am 06.10.1962 in Frankfurt/Main mit 14,05 m, beim Diskuswerfen am 18.08.1965 in Köln mit 43,43 m. An 6 Olympischen Spiele für Gehörlosen nahm er teil und zwar 1953 in Brüssel, wo er den 3. Platz Bronze im Diskus mit 34,39 m gewann, 1957 in Mailand wurde er Olympiasieger im Diskuswerfen mit 38,41 m, 1961 in Helsinki als BRD – Mannschaftsleiter führte er mit der DDR – Mannschaftsverhandlungen durch, 1965 in Washington holte er den 3. Platz Bronze beim Diskuswerfen mit 41,78 m, 1969 in Belgrad und 1973 in Malmö führte er die deutsche Mannschaft vorbildlich, auch Länderspiele für deutsche Gehörlosen – Sportverband machte er mit. Mit der Frankfurter Leichtathletik – Mannschaft führte er unter Leitung des Kameraden K. H. Rosenblath die Städtekämpfe mit Hannover, Düsseldorf, Bremen, Karlsruhe und München 1961 bis 1965 in der DGM-Mannschaftsmeisterschaft.

Im Jahre 1962 gründete Bimbo den Basketballabteilung im GTSV Frankfurt/Main. Er kämpfte um die Anerkennung der Basketball-Sparte des Deutschen Gehörlosen-Sportverbandes. Endlich, im Jahre 1988 wurde Sparte Basketball aufgenommen und dadurch wurde Bimbo Basketball-Fachwart im DGS. Viele Jahre spielte er Basketball und liebte den Leichtathletiksport bis zu seinem tragischen Unfalltod am 28.12.92!

Auszug des Deutschen Gehörlosen-Sportverbandes „Zum Tode von Herbert Stäcker“:

Am 28.12.1992 verunglückte Herbert „BIMBO“ Stäcker tödlich. Mit ihm verloren wir einen wertvollen Mitarbeiter, sein Herz gehörte ganz dem Gehörlosensport. Am 16. Mai 1924 in Lütjenburg geboren, besuchte der in GS in Schleswig. 1940 trat er dem GSV Schleswig bei und ab 1961 gehörte er dem GTSV Frankfurt am Main an. Auf Grund seiner besonderen Leistungen im Kugelstoßen und Diskuswerfen wurde er 6 mal zur Teilnahme an Weltspiele nominiert: 1953 in Brüssel, 1957 in Mailand, 1961 in Helsinki, 1965 in Washington, 1969 in Belgrad und 1973 in Malmö. Er wäre in diesem Jahr zum 7. Mal bei den Weltspielen 1993 dabei gewesen, diesmal nicht als Aktiver, sondern als Verbands-Basketballwart. Es ist leider anders gekommen. Bei den Weltspielen holte er 1 Gold- und 2 Bronzemedaillen. In der Leichtathletik wurde Bimbo mehrmals Doppelmeister (im Kugelstoßen und im Diskuswerfen). Zweimal stellte er Weltrekorde auf, mit 43,43 m im Diskuswerfen und 13,69 m im Kugelstoßen. Neben der Leichtathletik gehörte er seine große Liebe dem Basketballsport. Er setzte alles daran, dass Basketball wieder eine offizielle Sportart der DGS wurde. Bei zwei Europameisterschaften war er dabei: 1988 in Villanbeure/FRA und 1992 als letzter Höhepunkt in seinem Leben in Tel Aviv/ISR. Bei den Weltspielen 1981 wurde er im Basketball-Ausschuss eingesetzt und machte seine Sache ausgezeichnet. Auf Grund seines hervorragendes Einsatzes im Gehörlosensport wurde Herbert Stäcker 1980 von Bundespräsident Prof. Dr. Carstens mit der Silbermedaille für den Behindertensport und 1982 vom DGS mit der Sportplakette „Heinrich Siepmann“ geehrt. 1988 erhielt er vom Landessportbund Hessen den LSB-Ehrenbrief. Auch bei geselligen Veranstaltungen war er ein gerngesehener Gast, immer humorvoll und aufgeschlossen.
Sein Leben und sein Wirken wird seinen Freunden unvergessen bleiben.